Wie Arbeitgeberbewertungen Bewerbungen beeinflussen - und welche Rolle Corporate Influencing spielt
2.9.2026 · 2 Min. · Anastasija Fusuljevic
87 Prozent der Kandidatinnen bewerben sich nicht, wenn sie negative Arbeitgeberbewertungen finden. Der Beitrag zeigt, wie Corporate Influencing die Candidate Journey beeinflusst und warum authentische Mitarbeitenden-Sichtbarkeit mehr wiegt als einzelne Bewertungen.
87 Prozent der Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich nicht, wenn sie auf negative Mitarbeiterbewertungen stossen (Passive Secrets, 2024).
Arbeitgeberbewertungen auf Plattformen wie Kununu und Glassdoor beeinflussen damit die Candidate Journey, bevor Recruiting überhaupt weiss, dass sich eine Person mit dem Unternehmen beschäftigt.
Potenzielle Kandidatinnen recherchieren heute nicht nur Stellenanzeigen und Karriereseiten. Sie prüfen Bewertungen, LinkedIn-Profile von Mitarbeitenden und Führungskräften und suchen nach Hinweisen darauf, wie ein Unternehmen tatsächlich arbeitet und führt.
Warum negative Arbeitgeberbewertungen so viel Einfluss haben
Eine einzelne negative Bewertung muss nicht repräsentativ für ein Unternehmen sein. Trotzdem kann sie die Arbeitgeberwahrnehmung stark prägen.
Das gilt besonders dann, wenn potenzielle Kandidatinnen kaum andere authentische Informationen finden.
Die Karriereseite zeigt die offizielle Arbeitgebermarke. Employer-Branding-Kampagnen kommunizieren bewusst ausgewählte Botschaften. Bewertungen von aktuellen oder ehemaligen Mitarbeitenden wirken dagegen persönlicher und unabhängiger.
Fehlen weitere Perspektiven, kann eine einzelne negative Erfahrung dadurch überproportional viel Gewicht erhalten.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, was auf Kununu oder Glassdoor über ein Unternehmen geschrieben wird.
Entscheidend ist auch, welches Gesamtbild Kandidatinnen während ihrer Recherche finden.
Wie Corporate Influencing die Candidate Journey erweitert
Corporate Influencing bezeichnet die strategische Sichtbarkeit von Mitarbeitenden und Führungskräften auf Plattformen wie LinkedIn.
Wenn Mitarbeitende regelmässig über ihre Arbeit, Projekte, Fachthemen und persönliche Erfahrungen sprechen, entstehen zusätzliche Employer-Branding-Touchpoints.
Potenzielle Kandidatinnen finden dann beispielsweise einen Engineer, der ein Projekt erklärt, eine Führungskraft, die über Leadership spricht, oder eine Mitarbeiterin, die Einblicke in ihre Entwicklung im Unternehmen gibt.
Corporate Influencing kann negative Arbeitgeberbewertungen nicht beseitigen.
Es kann aber den Informationskontext verändern, in dem diese Bewertungen wahrgenommen werden.
Statt einer einzelnen Bewertung stehen Kandidatinnen mehrere persönliche Perspektiven aus dem Unternehmen zur Verfügung. Dadurch entsteht ein differenzierteres Bild von Arbeitsalltag, Unternehmenskultur und Führung.
Corporate Influencing funktioniert nur bei einer glaubwürdigen Employee Experience
Corporate Influencing sollte nicht eingesetzt werden, um strukturelle Probleme im Unternehmen kommunikativ zu überdecken.
Wenn sich Kritik an Führung, Kultur oder Arbeitsbedingungen regelmässig in Arbeitgeberbewertungen wiederholt, muss zuerst die Employee Experience verbessert werden.
Employer Branding und Corporate Influencing können eine positive Realität sichtbar machen. Sie können eine schlechte Realität langfristig nicht kompensieren.
Wie lässt sich die Wirkung auf Recruiting messen?
Mehr LinkedIn-Beiträge von Mitarbeitenden bedeuten nicht automatisch bessere Recruiting-Ergebnisse.
Für Unternehmen ist entscheidend, ob Corporate Influencing die richtigen Talent-Zielgruppen erreicht.
Relevant sind deshalb unter anderem:
- Reichweite innerhalb relevanter Zielgruppen
- Sichtbarkeit wichtiger EVP-Themen
- Profil- und Karrierewebsite-Besuche
- Interaktionen potenzieller Kandidatinnen
- Bewerbungsquellen und qualifizierte Bewerbungen
- organische Reichweite und Earned Media Value
Damit wird Corporate Influencing von einer reinen Content-Aktivität zu einem messbaren Bestandteil von Employer Branding und Recruiting.
Unternehmen können nicht kontrollieren, welche Bewertungen über sie veröffentlicht werden. Sie können aber beeinflussen, welche weiteren Informationen Kandidatinnen bei ihrer Recherche finden.
Corptree macht genau diese Wirkung von Corporate Influencing auf Sichtbarkeit, Employer Branding und Recruiting messbar.